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Camping – Eine nachhaltige Art des Urlaubs mit Potential

Während der Gedanke der Nachhaltigkeit generell Anklang bei vielen Personen findet, vergisst man den Sinn und Zweck des Ganzen gerne, sobald es um die Urlaubsplanung geht. Dabei gibt es eine Urlaubsart, die so naturverbunden wie keine andere ist - Camping! Wir haben wieder ein paar Tipps für dich, damit dein nächster Urlaub in puncto Nachhaltigkeit ein voller Erfolg wird.
Nachhaltigkeit
Stefanie Hermuth
6 Minuten

Nachhaltigkeit und Umweltschutz liegen im Trend, was an sich sehr löblich ist. Leider vergessen viele diese Aspekte und werfen ihre Prinzipien gänzlich über Bord, sobald es um die Planung der nächsten Reise geht. Dabei kann es so easy sein, Urlaub und Nachhaltigkeit geschickt miteinander zu kombinieren. Camping ist hier das Stichwort, da keine andere Urlaubsart so naturverbunden ist und ökologisch betrachtet ganz weit vorne mitspielt. Um den Vergleich ersichtlicher werden zu lassen, solltest du bedenken, dass eine Nacht in einem Wohnmobil auf dem Stellplatz 1,5 kg CO2 in die Luft bläst, während eine Hotelübernachtung mit 17,2 kg CO2 in einer ganz anderen Liga spielt. Damit deinem nächsten Camping Abenteuer nichts im Wege steht, haben wir natürlich noch ein paar Tipps im Gepäck, die dich dabei unterstützen können, deinen Trip noch grüner zu gestalten.

Reisen mit leichtem Gepäck

Bevor es losgehen kann, geht es natürlich erst einmal ans Packen. Hierbei gilt ganz klar: Weniger ist mehr! Bevor du also völlig unkontrolliert allen möglichen Kram in deinen Rucksack stopfst, überlege, was du für deinen Trip wirklich brauchst. Manchmal hilft es auch schon, zuerst eine Liste zu schreiben. Wenn du nur das Nötigste einpackst, reduziert es den Kraftaufwand, den dein Auto oder Camper bereits leisten muss. Das kommt natürlich auch deinem Geldbeutel zugute, da du weniger Benzin verbrauchst.

Badezimmerartikel, Spül- und Waschmittel kannst du nicht nur in Reisegrößen erwerben. Tatsächlich empfiehlt es sich, die kleinen Behältnisse immer wieder mit deinen regulären Produkten aufzufüllen, um sich den Neukauf zu ersparen. Falls du noch einen Schritt weitergehen magst, kannst du auf Shampoo, Duschgel und Co. in fester Form setzen. Am besten entscheidest du dich hierbei für Produkte mit Edelstahl- oder Holzverpackung.

Versuche auf große Landkarten aus Papier zu verzichten und lade dir stattdessen vor der Abreise die Offline-Karte deines Zielortes herunter. Somit hast du die Karte immer dabei und bist noch nicht einmal auf eine Internetverbindung angewiesen.

Entspannte Anfahrt statt Raserei à la Nürburgring

Heutzutage ist das Angebot an neuen und schadstoffarmen Wohnmobilen breit gefächert, welche die Reise automatisch nachhaltiger gestalten. Natürlich bekommt man diese jedoch nicht für einen Appel und ein Ei. Ist ein neues und nachhaltiges Fahrgestell finanziell nicht drin oder hast du sowieso nur dein Zelt dabei, versuche es einmal mit einem umweltfreundlichen Fahrstil. Das bedeutet, weniger Gas zu geben und ein konstantes Tempo (idealerweise zwischen 90 und 100 km/h) zu halten. Gepaart mit möglichst wenigen Geschwindigkeitswechseln, wirkt sich dein Fahrstil bereits weniger negativ auf das Klima aus. Falls du nicht alleine, sondern mit der Familie oder einer Gruppe Freunden verreist, versucht auf so wenig Fahrzeuge wie möglich bei eurer Anreise zu setzen. Übrigens ist das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln in der Gruppe gar nicht mehr so langweilig. Mittlerweile gibt es eine Menge (Nacht-) Züge und Fernbusse, die euch ganz entspannt und mit weniger Emissionen ans Ziel bringen können. Apropos weniger Emissionen; kürzere Wege schonen das Klima natürlich auch. Bevor du also eine Reise ans andere Ende der Welt planst, schaue doch einmal, ob sich in deiner unmittelbaren Umgebung nicht auch spannende Reiseziele finden lassen.

Grüne Unterkünfte

Eines ist unbestritten: Camping zählt zu den umweltfreundlichsten Arten, Urlaub zu machen. Natürlich gibt es im Sinne der Nachhaltigkeit auch hier Unterschiede. Allerdings setzen immer mehr Campingplätze großen Wert auf Umweltbewusstsein. So nutzen viele bereits Solarenergie oder verfügen über eigene Gemüsegärten. Ecocamping vergibt dafür übrigens eine Auszeichnung. An dieser kannst du besonders klimafreundliche Camps, Plätze mit Naturerlebnis-Qualifikationen oder nachhaltige Glamping-Anbieter erkennen.

„Glamping“ setzt sich aus den Wörtern „Glamour“ und „Camping“ zusammen. Camping kann also auch etwas für Personen sein, die sich im Urlaub meist ein bisschen mehr Luxus wünschen. Es läuft also nicht immer auf einen All-Inclusive-Aufenthalt im 5-Sterne-Hotel hinaus.

Volle Kraft voraus auf dem Drahtesel

Radfahren macht nicht nur Spaß und bringt deine Gesundheit in Schwung, da es gleichzeitig auch großartig für die Umwelt ist. Während Autos besonders auf kurzen Strecken mit häufigen Tempowechseln unglaublich viel Benzin verbrauchen, kommst du mit dem Rad teilweise sogar schneller in die nächste Stadt. Ein zusätzliches Plus bietet hierbei die Tatsache, dass du dein Rad an fast jeder Straßenecke abstellen kannst und deine Umgebung viel intensiver wahrnehmen und entdecken kannst. Das Geld, welches du nicht für die Füllung des Tanks verbraten musst, kannst du somit in andere Aktivitäten bzw. Anschaffungen investieren. Wenn das nicht überzeugend genug klingt, wissen wir auch nicht weiter. Sollte das Wetter jedoch wirklich mal nicht mitspielen oder das Reiseziel zu weit entfernt liegen, als dass man es problemlos mit dem Rad erreichen könnte, kannst du dennoch vor Ort auf die Öffis umsteigen und das Auto oder Wohnmobil auf dem Platz stehen lassen.

Grüne Artikel für dein Wohlbefinden

Viele Seifen und Shampoos beinhalten Chemikalien, die auf lange Sicht nicht nur deinem Körper schaden, sondern auch die Umwelt über das Wasser stark belasten. Hierbei geht es nicht nur um das Bad im See, falls du ein Fan vom Wildcamping bist. Durch die Abwasserleitungen gelangen Schadstoffe aus Shampoo und Co. nämlich auch beim Duschen auf dem Campingplatz in die Umwelt. Zur Vorbeugung empfiehlt es sich, umweltfreundliche Reinigungsmittel zu verwenden. Diese sind mitunter etwas teurer, aber eine Umstellung lohnt sich wirklich. Probiere einfach einmal die Produktvielfalt an umweltfreundlichen Hygieneartikeln und Kosmetik aus und finde die passenden Produkte für dich.

Für viele ist es mittlerweile selbstverständlich, dass der Wasserhahn beim Zähneputzen zugedreht wird. Falls du bei der Zahnpflege noch umweltbewusster agieren möchtest, teste doch einmal eine Zahnbürste aus Bambus und feste Zahnpasta. Am Anfang mag es vielleicht noch etwas gewöhnungsbedürftig sein, aber genau wie bei festem Shampoo und fester Seife kannst du hierbei auch noch Platz bzw. Gewicht einsparen.

Gewissenhafter Umgang mit Ressourcen

Beim Thema Nachhaltigkeit ist ein gewissenhafter Umgang mit Ressourcen, die dir zur Verfügung stehen, besonders erstrebenswert. Es mag redundant klingen, aber bereits bei dem Versuch die Zeit unter der Dusche auf ein Minimum zu reduzieren oder Solargeräte für Elektronikartikel zu verwenden, leistest du einen großen Beitrag für die Umwelt. Wie schon einmal erwähnt, macht Kleinvieh auch Mist.

Wenn du einmal an einen Urlaub im Süden denkst und dich vor deinem inneren Auge bereits schwitzen siehst, erscheint dir die Klimaanlage im Camper oder der Mietunterkunft wie ein wahrgewordener Traum. Versuche dennoch, die Benutzung dieser so gut wie möglich zu vermeiden. Das Paradoxe an Klimaanlagen ist nämlich, dass dein Zimmer zwar kälter, der Rest der Welt auf lange Sicht dadurch aber noch wärmer wird. Schalte die Klimaanlage beim Verlassen der Unterkunft einfach aus und stelle die Temperatur generell weder zu hoch, noch zu niedrig ein.

Mindestens genauso verlockend wie die Klimaanlage, ist die Benutzung eines Gas- bzw. Elektrogrills. Aber auch hier wird die Umwelt unnötig belastet. Wie wäre es denn stattdessen mit einem Picknick am See oder auf dem Campingplatz? Wenn dann noch auf regionale Spezialitäten vom örtlichen Wochenmarkt gesetzt wird, kommt der Geschmack mit Sicherheit nicht zu kurz.

Müll – ein absolutes No Go

Dieser Punkt mag ebenso selbstverständlich erscheinen und doch belehren andere Personen uns immer wieder eines Besseren. Wenn du deine Zelte abbrichst und weiterziehst, achte unbedingt darauf, dass kein Abfall hinterlassen wird. Vor allem beim Wildcamping ist dies das oberste Gebot. Natürlich ist dies nicht nur aus umwelttechnischen, sondern auch aus hygienischen Gründen sehr wichtig. Ab- bzw. Grauwasser sollte nur an entsprechend gekennzeichneten Stellen entsorgt werden. Falsch entsorgter Müll stellt nicht nur eine Gefahr für Flora und Fauna, sondern auch für andere Camper dar. Falls dir der Schutz der Umwelt sehr am Herzen liegt und du noch etwas mehr tun magst, schnapp dir deinen Jutebeutel und sammle beim nächsten Spaziergang achtlos weggeworfenen Plastikmüll ein. Durch solche Handlungen kannst du verhindern, dass die Partikel in den Boden und somit ins Grundwasser und schließlich ins Meer gelangen. Mutter Natur würde dir mit Sicherheit ihren Dank aussprechen.

Reduce, reuse, recycle

Diese 3 „R´s“ werden dir auf dem Weg zu einem nachhaltigen Leben immer wieder begegnen. Falls du bereits versuchst, deinen Energieverbrauch zu vermindern, ist das sehr löblich. Vielleicht fällt es dir in diesem Fall gar nicht mehr so schwer, ebenso den Verbrauch von Einweggütern zu minimieren. Das ist tatsächlich viel einfacher, als es den Anschein hat. So kannst du z.B. auch im Urlaub Stofftaschen bzw. Körbe zum Einkaufen mitnehmen und die Plastiktüten, welche im Süden weiterhin selbstverständlich zum Einkauf mitgegeben werden, gekonnt ablehnen. Bei wiederverwendbaren Strohhalmen, Wasserflaschen und Mehrwegbechern für Heißgetränke sieht es ähnlich aus. Hierbei ist Vorbereitung einfach das A und O. Wer vorausschauend plant, kann hier definitiv den Unterschied machen. Informiere dich nur vor der Abreise darüber, ob du das Leitungswasser vor Ort bedenkenlos trinken kannst.

Fazit

Natürlich dient Urlaub in erster Linie der Entspannung. Dennoch bietet gerade Camping so viel mehr. Wenn die Nächte lauer werden, ist es aufregend und irgendwie auch befreiend, einmal unter freiem Himmel zu schlafen. Wenn du dabei nur einige, der vorher genannten Tipps beherzigst, bist du in puncto Nachhaltigkeit auf jeden Fall ein ganzes Stück weiter. Es ist nämlich gar nicht so schwer und kostet dich auch nicht erdenklich viel Mehraufwand. Belohnt wirst du mit reduzierten CO2-Emissionen, gesundem Wohlbefinden und mehr Geld im Portemonnaie. Trotzdem werden die wohlverdienten Urlaubsgefühle auch beim Campen auf dich einprasseln – da sind wir uns ganz sicher.

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