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Mikroplastik und Folgen für die Umwelt

Plastik findet sich überall um uns herum, teilweise so klein, dass du es mit dem bloßen Auge gar nicht wahrnehmen kannst. Doch gerade diese Art von Plastik richtet enormen Schaden an und sollte nicht unterschätzt werden.
Nachhaltigkeit
Stefanie Hermuth
5 Minuten

Zuerst sollte man vielleicht klären, was genau unter dem Begriff „Mikroplastik“ eigentlich zu verstehen ist. Mikroplastik sind ganz allgemein betrachtet Kunststoffteilchen, die einen Durchmesser von unter 5mm (5000 Mikrometer) haben. Man muss hierbei zwischen den Mikropartikeln unterscheiden, die sich in Produkten wie z.B. Kosmetikprodukten, Zahnpasta oder Babywindeln finden und denen, die durch den Zerfall von Kunststoffprodukten bzw. Plastikmüll entstehen. Das große Problem an Mikroplastik ist, dass es sich nur schwer abbaut und die Umwelt Jahre für die Zersetzung benötigt. Außerdem weist es eine ähnliche Dichte wie Wasser auf, was eine Filterung so gut wie unmöglich macht.

Allein in Deutschland gelangen jährlich 446.000 Tonnen Kunststoff in die Umwelt. Davon sind rund 336.000 Tonnen Mikropartikel. Man könnte also behaupten, dass jede Person in Deutschland etwa 4 kg Mikroplastik in der Umwelt entsorgt. Ein Drittel der Partikel stammen vom Abrieb unserer Autoreifen. Doch wie genau gelangen diese eigentlich in die Meere, wo sie enormen Schaden anrichten?

Mikroplastik in den Meeren

Gerade einmal 2 % der Menge an Mikroplastik in unseren Meeren stammt von Aktivitäten auf hoher See. Für die restlichen 98 % sind Aktivitäten an Land verantwortlich. Über Straßenabflüsse, Abwasserbehandlungssysteme und Windübertragung finden die Mikropartikel ihren Weg ins Meer. Wo genau diese an Land entstehen, lässt sich mittlerweile ziemlich genau bestimmen. 35 % stammen vom Waschen von synthetischen Textilien, 28 % vom Abrieb unserer Kraftfahrzeuge, 24 % vom Feinstaub aus unseren Städten, 7 % vom Abtrag unserer Straßenmarkierungen, 3,7 % von Resten der Schiffsbeschichtungen, 2 % von Kosmetikprodukten und 0,3 % von Plastikpellets. Es lässt sich also nicht weiter leugnen, dass der Mensch für einen Großteil der Mikropartikel in den Meeren verantwortlich ist. Doch was für Folgen resultieren nun aus diesen Tatsachen?

Erschreckende Erkenntnisse

Dass diese Mikropartikel Schaden anrichten, ist dir wahrscheinlich bewusst. Aber in welchem erschreckenden Ausmaß sie sich auf die Gesundheit der Meerestiere und somit auch auf deine eigene Gesundheit auswirken, kannst du dir wahrscheinlich nicht mal in deinen schlimmsten Albträumen ausmalen.

Plastik und somit auch die Mikropartikel, um die es hier geht, enthalten eine Menge Giftstoffe wie Weichmacher, Styrolverbindungen und Phythalate. „Phytha – was?“ Genau das würden auch wir sofort fragen. Im Endeffekt brauchst du aber nur eins wissen; Diese Stoffe sind im Körper eines Lebewesens nicht gut aufgehoben. Eine Aufnahme dieser Stoffe kann Gewebsveränderungen bzw. Entzündungsreaktionen im Körper eines Tieres hervorrufen. Es kann sogar zu weiteren toxikologischen Auswirkungen kommen, die zu inneren Verletzungen bis hin zum Todesfall führen können. Wie genau sich Mikroplastik auf den menschlichen Organismus auswirkt und ob sich die giftigen Stoffe, welche bei der Herstellung von Plastik verwendet werden letztlich in unserem Körper entfalten, kann aktuell noch nicht eingeschätzt werden. Aber möchtest du einen Stoff, der hunderte Jahre braucht, um sich zu zersetzen, im eigenen Körper haben? – Wohl eher nicht! Jedenfalls wäre es vorstellbar, dass Allergien und Entzündungen auch bei uns die Folge sein könnte..

Mittlerweile wurde Mikroplastik fast überall nachgewiesen, was allerdings auch logisch ist. Je kleiner die Mikropartikel, desto wahrscheinlicher ist es, dass bereits kleine Organismen sie aufnehmen und rund um den Globus verteilen. So wurden bereits Anteile an Mikroplastik in der arktischen Tiefsee nachgewiesen, die noch ziemlich unerforscht ist.

Befindet sich das Mikroplastik aber erst einmal im Organismus eines Tieres, ist es in der Nahrungskette und wird beim Verzehr von Fischen oder Meeresfrüchten letztendlich auch vom Menschen aufgenommen. Wenn du nun allerdings glaubst, dass du ohne den Verzehr von Meerestieren um die Aufnahme von Mikroplastik herumkommst, müssen wir dich leider enttäuschen. Die kleinen unsichtbaren Partikel wurden mittlerweile auch im Trinkwasser nachgewiesen und somit können sie in jedem Nahrungsmittel enthalten sein, das Wasser bei der Herstellung benötigt oder währenddessen mit diesem in Berührung kommt. Du musst jetzt also ganz stark sein, wenn wir dir sagen, dass davon höchstwahrscheinlich auch deine Lieblingsmarke Bier betroffen ist. Die größten AbnehmerInnen von Mikroplastik sind jedoch KosmetikherstellerInnen. Rund 500 Tonnen Mikropartikel werden jährlich allein in Deutschland in kosmetischen Mitteln verwendet. Zu finden sind sie in Peelings für das Gesicht, Duschgels, die diese kleinen Massageperlen enthalten, um alte Hautschuppen zu entfernen, Make-up, Concealer, Rouge, Puder, Lippenstiften, Lidschatten usw.

Falls du dich nun fragst, ob du überhaupt noch die Möglichkeit hast, Mikroplastik zu vermeiden, ist die Antwort klar – Ja!

Wie du Mikroplastik vermeidest

Wenn du dir wirklich als Ziel setzt, Plastik generell einzusparen, ist das viel wert. Da leisten schon kleine Einsparungen einen großen Beitrag! Wenn du zum Shoppen in die Stadt gehst, kannst du deine eigenen Stoffbeutel mitnehmen und auf die Plastiktüten verzichten, die dir in den meisten Läden für 10 bis 20 Cent angeboten werden. Wenn du in den Supermarkt gehst, musst du dich nicht unbedingt für die Tomaten entscheiden, die in Plastik verpackt worden sind, weil es sie auch gänzlich ohne Verpackung zu kaufen gibt. Für die Personen unter euch, die beim Kauf von Lebensmitteln gänzlich auf Plastik verzichten möchten, empfehlen wir sogenannte „Unverpackt-Läden“. Das sind Geschäfte, in denen man alles an Nahrungsmitteln und mittlerweile auch Hygieneartikel wie Shampoo oder Seife in seine eigenen, mitgebrachten Gläser oder andere Behältnisse abfüllen kann. Zugegeben gibt es solche Läden nicht an jeder Ecke, aber wir sind uns sicher, dass das Geschäft in Zukunft boomen könnte und diese Läden dann wie Bäckereien aus dem Boden schießen. Wenn du mit deinen Freunden in einer Bar oder auch in den eigenen vier Wänden Cocktails trinken möchtest, verzichte einfach auf den Strohhalm aus Plastik und wenn du gerne Kosmetikprodukte verwendest, achte auf die Inhaltsstoffe derer oder verzichte direkt auf den Kauf und stelle zuhause einfach deine eigenen Produkte her. Tipps und Tricks, wie genau du selbst Kosmetikprodukte herstellen kannst, findest du übrigens in unserer App.

Fazit

Mikroplastik ist ein großes Problem, welches nicht nur die Umwelt massiv belastet, sondern auch deine Gesundheit beeinträchtigen könnte. Torsten Sträter sagte mal, dass wenn der Missbrauch von Plastik weitergeht wie bisher, wir New York in ein paar Jahren das erste Mal von Hamburg aus zu Fuß erreichen können, da der Plastikteppich in den Meeren uns die dafür notwendige Brücke quer durch den Atlantik ebnet. Ein erschreckender Gedanke, dessen Wahrheit allerdings nicht zu bestreiten ist. Hier gilt wieder, wer zu bequem ist, verschwendet keinen Gedanken daran, etwas an seinen Gewohnheiten zu ändern. Wer wirklich etwas ändern möchte, kann mit kleinen Einsparungen schon Großes bewirken! Wichtig ist jedoch, dass wir Plastik nicht mehr als billiges Einwegprodukt, sondern als wertvolle Ressource betrachten sollten, da wir in diesem Fall automatisch sparsamer damit umgehen würden.

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