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Nachhaltig Menstruieren? - Easy!

Nein, keine Person mit einer Vulva hat besonders viel Lust auf die "Erdbeerwoche", das wissen wir nur zu gut und fühlen mit dir. Warum es sich allerdings lohnt, deine Menstruation in Zukunft etwas nachhaltiger zu gestalten, erfährst du hier.
Nachhaltigkeit
Stefanie Hermuth
4 Minuten

Jede Person mit einer Vulva weiß, wie unangenehm, das Thema Menstruation sein kann. Wenn die sogenannte „Erdbeerwoche“ naht, würdest auch du dich wahrscheinlich einfach gerne krankschreiben lassen und die ganze Woche mit Eis, Schokolade oder Chips in Embryostellung auf der Couch existieren wollen. Ja, wir müssen schon einiges über uns ergehen lassen in diesen Tagen. Da sind schlechte Laune und bei sehr vielen anderen unter Umständen auch höllische Schmerzen vorprogrammiert. Teilweise so stark, dass du meinen könntest, dein Uterus würde eine Dämonenaustreibung vornehmen. Du hast also schon genug mit der Menstruation an sich zu kämpfen. Warum also solltest du dir dann noch Gedanken über das Thema nachhaltiges Menstruieren machen?

Müllberge über Müllberge

Wenn du menstruierst, verbrauchst du in dieser Woche gewisse Mengen an Binden oder auch Tampons. Diese sind vor allem eins: Wegwerfprodukte. Völlig fernab von der Tatsache, dass viele sie einfach in der Toilette entsorgen, was man unbedingt unterlassen sollte, beinhalten diese Produkte Plastik. Jährlich werden allein in der EU 50 Milliarden Menstruationsprodukte verbraucht und weggeworfen. Was da mal wieder an Tonnen von Plastikmüll zustande kommt, wofür unsere Umwelt 500 Jahre braucht, um ihn abzubauen, kann sich kaum jemand ausmalen. Aber was kannst du nun tun, um der Umwelt auch während deiner Periode etwas Gutes zu tun?

Nachhaltige Menstruationsprodukte und ihre Vor- und Nachteile

Der Markt, der nachhaltigen Menstruationsprodukte, hat in den letzten Jahren Fahrt aufgenommen und bietet zahlreiche Alternativen an. Diese sind eine super Sache, da man alternative Ideen ja generell erstmal loben sollte. Allerdings gestaltet sich die Handhabung der einzelnen Produkte dann doch etwas schwieriger, weshalb wir dir gerne die folgenden Produkte vorstellen und ihre Vor- und Nachteile nennen möchten.

Der Bio Tampon

Anders als der herkömmliche Tampon, besteht der Bio Tampon aus Bio Baumwolle und ist damit zum einen nachhaltiger und zum anderen fairer produziert. Zugegeben geht dieser Punkt eher an die Arbeiter, aber auch für dich bringt der Bio Tampon einen entscheidenden Vorteil; er wird nicht gebleicht und enthält keinerlei Plastik, weshalb er super verträglich ist und gerade Allergikern eine weitere Option bietet. Wenn du es bisher gewohnt warst, normale Tampons zu benutzen, wird dir die Umstellung auf den Bio Tampon nicht besonders schwer fallen. Dennoch bleibt auch der Bio Tampon ein Wegwerfprodukt und kann in puncto Nachhaltigkeit nicht wirklich glänzen.

Die Stoffbinde

Während herkömmliche Binden meist aus Zellulose und oder Kunststofffasern bestehen, kommt die Stoffbinde mit mehreren saugfähigen Schichten daher, die an ihren Flügeln sogar noch zwei Druckknöpfe besitzt, um sie bombensicher an einem Slip zu befestigen. Sie ist außerdem deutlich atmungsaktiver als die konventionellen Binden und bietet ein angenehmes Tragegefühl. Bei guter Pflege, kann sie mehrere Jahre ohne Bedenken wieder verwendet werden. Allerdings musst du hier immer bedenken, dass die Stoffbinde eine aufwendige Reinigung benötigt. „Mal eben waschen“, ist also leichter gesagt, als getan und gerade auf öffentlichen Toiletten möchte man das niemandem zumuten. Zusätzlich stellst du dir zurecht die Frage, wie du diese Binden unterwegs, wenn du sie gebraucht hast, am besten transportieren kannst. Den Beutel voll mit benutzten Stoffbinden, hat man wahrscheinlich eher ungern im Gepäck.

Die Periodenunterwäsche

An sich sieht die Periodenunterwäsche, wie ganz normale Unterwäsche aus. HerstellerInnen garantieren dennoch eine Vereinigung von Auslaufsicherheit, Tragekomfort und gutem Aussehen. Hier beinhaltet die Unterhose, welche meist eher in dunklen Farben erhältlich ist, eine Slipeinlage, die aus mehreren Schichten besteht und deine Kleidung den ganzen Tag über schützen soll. Jede Schicht hat eine wichtige Aufgabe und sorgt u.a. für ein trockenes Gefühl im Schritt, eine Saugstärke, die an zwei bis drei Tampons herankommt und eine flüssigkeitsundurchlässige Membran lässt keinen Fleck auf deiner Hose zu. Die Periodenunterwäsche ist waschbar und kann bis zu 2 Jahre wiederverwendet werden. In diesen 2 Jahren sparst du bis zu 380 Tampons und solltest du bei der Stoffbinde noch an ein mögliches Verrutschen gedacht haben, ist das im Fall der Periodenunterwäsche wirklich nicht mehr möglich. Dennoch werden für die antibakterielle Schicht, welche Gerüche absorbieren soll, oft Biozide oder Silber verwendet. Diese Stoffe können nicht nur Allergien hervorrufen, sondern auch eine negative Auswirkung auf die Bakterienflora haben, falls diese sich beim Waschen lösen sollten. Womit wir beim eigentlichen Problem angekommen wären. Gerade unterwegs gestaltet sich das Waschen der Periodenunterwäsche - wie auch das der Stoffbinde - eher schwierig. Außerdem ist Periodenunterwäsche nicht gerade günstig in der Anschaffung und belastet somit vorerst auch deinen Geldbeutel.

Die Menstruationstasse

Die Menstruationstasse wirkt eher wie ein kleiner Becher aus medizinischem Silikon, Gummi oder thermoplastischem Elastomer. Sie soll das Menstruationsblut im Körper auffangen und ist die nachhaltigste Form der Menstruationsprodukte. Ihre Vorteile liegen auf der Hand, da sie weder körperbelastende Stoffe enthält und bis zu 10 Jahre verwendet werden kann, tut sie sowohl für deine Gesundheit, die Umwelt und auch deinen Geldbeutel etwas sehr Gutes! Im Gegensatz zu Tampons muss sie übrigens seltener geleert werden und sorgt nicht für ein mögliches Austrocknen der Scheidenflora. Dennoch muss dir natürlich bewusst sein, dass du nach dem Benutzen der Menstruationstasse (vorausgesetzt du hast die Origami Falttechnik durchblickt und das Ding überhaupt in dich reingekriegt) das erste Mal wirklich damit konfrontiert bist, was dein Körper da eigentlich alles absondert. Das ist schon ein Punkt, mit dem man nach jahrelangem Benutzen von Tampons, umzugehen lernen muss.

Fazit

Du siehst also, dass es sehr wohl möglich ist, diese Unmengen an Müllbergen zu umgehen. Natürlich kannst du nichts dafür, dass du blutest (Personen mit Vulven tun das). Aber versuche trotzdem, so erwachsen wie möglich damit umzugehen und denk an deine Umwelt. Denn 50 Milliarden Menstruationsprodukte sind kein Pappenstil und bei den ganzen alternativen Möglichkeiten ist bestimmt auch was für dich dabei!

Wenn du dich noch mehr mit dem Thema Menstruation auseinander setzen möchtest, schau gerne mal bei den Mädels von “erdbeerwoche” auf der Webseite vorbei. Dort findest du nicht nur einen Shop, in dem du alle oben genannten Produkte für eine nachhaltige Periode erwerben kannst, sondern auch alle erdenklichen Informationen rund um das Thema Menstruation und wie du sie erfolgreich nachhaltiger gestalten kannst. Außerdem kannst du dir momentan 10 % auf deine Bestellung sichern, wenn du den Rabattcode “SOMMER21” verwendest.

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