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Veganuary – Der Weg zum veganen Leben

Kannst du mit dem Begriff "Veganuary" etwas anfangen? Falls nicht, erklären wir dir hier nicht nur, welche Herausforderung sich hinter dem Begriff versteckt. Tatsächlich haben wir mal wieder eine Hand voll Tipps und Tricks mit im Gepäck, die dich auf dem Weg in ein veganes Leben unterstützen können.
Nachhaltigkeit
Stefanie Hermuth
6 Minuten

Der Weg ins neue Jahr wird oft von Vorsätzen begleitet, denen du dich zu Beginn voller Tatendrang stellst. Du nimmst dir z.B. vor, mehr Sport zu treiben, dich gesünder zu ernähren oder mehr Zeit in dein Studium oder deine Arbeit zu investieren. Meist ziehst du das einige Wochen durch, bevor du aus den unterschiedlichsten Gründen resignierst und letztendlich in alte Muster zurückfällst.

Wir hätten da allerdings eine Challenge für dich, die sich lohnen könnte. Spätestens nach unserem Blogbeitrag zum Thema Massentierhaltung und wie sie unsere Ressourcen erschöpft, weißt du, dass du durch vegane Ernährung einen großen Beitrag in puncto Klimawandel leisten kannst. „Veganuary“ ist eine Challenge, welche dich vor eine große Herausforderung stellen könnte. Das Ziel dieser Challenge ist es, sich 31 Tage lang nur vegan zu ernähren. Für Fleischliebhaber:innen mag das hart klingen, was es mit Sicherheit auch ist. Wenn du aber bereits mit dem Gedanken gespielt hast, dich vegan zu ernähren, haben wir ein paar Tipps für dich, wie du nicht nur die 31 Tage schaffst, sondern vielleicht sogar den Weg in ein veganes Leben findest.

Das „Warum“ ist super wichtig!

Falls du schon einmal daran gedacht hast, dich nur noch vegan zu ernähren, aber gar nicht genau weißt wie, verfalle nicht in Panik. Aller Anfang ist schwer und mit der Routine wird alles einfacher. Jede Herausforderung bringt Höhen und Tiefen mit sich, wobei die schlechten Tage wirklich hart sein und dich an dem Zweck des ganzen zweifeln lassen werden. Damit du an solchen Tagen nicht das Handtuch wirfst, stelle dir vorher die Frage, warum genau du eigentlich vegan leben möchtest. Sehnst du dich nach einer anderen Art von Wohlgefühl im Körper? Möchtest du Krankheiten vorbeugen oder einfach nur vitaler und leistungsstärker werden? Oder möchtest du vielleicht sogar anderen Menschen, Tieren und der Umwelt Leid ersparen?

Es ist egal, welche Gründe dich zu einem veganen Leben motivieren. Wichtig ist nur, dass du dir im Klaren darüber bist, warum du es tust und wie du dich dann fühlen möchtest. Wenn es kompliziert wird, suchen Menschen oftmals Gründe dafür, nichts zu verändern und fallen in alte Muster zurück. Je bewusster dir dein „Warum“ ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass du deinen Prinzipien treu bleibst. Du hast dich zu Beginn, aus freien Stücken für ein veganes Leben entschieden, was du ebenfalls nicht vergessen solltest. Bevor du also Gefahr läufst, im Supermarkt oder auf der nächsten Familienfeier einzuknicken, speichere dein „Warum“ doch in deinem Smartphone ab, damit du es in schwachen Momenten stets griffbereit hast. Manchmal hilft es in solchen Momenten auch, sich zu fragen, wie man sich nach einem „Rückfall“ fühlen wird. Allein die Vorstellung der Schuldgefühle, die einen belasten könnten, sorgen dafür, dass man an seinem Beschluss festhält.

Kleinvieh macht auch Mist

Wenn du vorhast, einen Marathon zu laufen, beschließt du es nicht von heute auf morgen und läufst ihn nächste Woche. Das erfordert ein hartes Training, das sich über eine lange Zeit ziehen kann. Mit dem veganen Leben verhält es sich genauso. Du kannst nicht von dir selbst erwarten, dass du ab sofort alles umkrempelst und einfach anders kochst. Der Weg zu einem veganen Leben ist ein Prozess, den du in deinem ganz persönlichen Wohlfühltempo angehen solltest. Das bedeutet Stück für Stück Mahlzeiten zu veganisieren und sich zu erkundigen, wo du auswärts rein pflanzlich essen kannst. Mache dir dein Leben nicht unnötig schwer und sei geduldig mit dir selbst. Auf lange Sicht kannst du das Ziel erreichen. Denke auch immer daran, dass es besser ist, sich über Monate zu 90 % vegan zu ernähren, anstatt den Versuch gänzlich zu unterlassen, weil du dir nicht vorstellen kannst, jemals die 100 % zu erreichen.

Kulinarische Entdeckungsreise

Wenn du dich nun fragst, wie du jemals ohne Käse oder Milch im Kaffee leben sollst – keine Sorge! Es ist vollkommen normal, dass die vegane Ernährungsumstellung dich gefühlt erschlägt. Versuche dennoch, dich nicht allzu sehr, damit zu beschäftigen, was alles wegfällt, sondern freue dich auf die neue Welt mit zahlreichen Alternativen, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Hier siegt, wer offen für Neues ist. Hast du z.B. schon einmal Süßkartoffel mit Mandelmus probiert? – Es lohnt sich wirklich!

Natürlich hast du als Veganer:in auch die Möglichkeit, auf Ersatzprodukte umzusteigen. Wenn du etwas wirklich gerne gegessen hast, das leider nicht zu den veganen Lebensmitteln zählt, können diese Produkte helfen. Versuche nur, nicht alles zu ersetzen und z.B. Käse durch veganen Käse, Fischstäbchen durch vegane Stäbchen usw. auszutauschen. Meist ist dieser Austausch nämlich mit einer gewissen Enttäuschung verbunden, da das Ersatzprodukt nicht an das Original herankommt. Außerdem lauern in industriell verarbeiteten veganen Produkten oft eine Menge Kalorien und nährstoffreich ist das ganze mit all dem Zucker, Salz und Fett auch nicht. Wenn du dir vornimmst, dich nicht nur vegan, sondern dadurch auch gesünder zu ernähren, solltest du vollwertig essen und selber kochen. Greife hier lieber auf unverarbeitetes Obst, Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen zurück.

Lange ordentlich zu!

Wenn du auf eine vegane Ernährung setzen möchtest, machst du wahrscheinlich schnell die Erfahrung, dass du entweder nicht richtig satt oder nach einiger Zeit von der nächsten Heißhunger-Attacke geplagt wirst. Das ist ein typisches Anfänger-Phänomen und ganz normal. Der Grund dafür ist, dass Standard-Mischkost aus tierischen und verarbeiteten Produkten eine sehr hohe Kaloriendichte und wenige Nährstoffe beinhaltet. Bei unverarbeiteten pflanzlichen Produkten ist das genaue Gegenteil der Fall. Sie sind zwar reich an Nährstoffen, beinhalten aber so gut wie keine Kalorien. Um auf deinen täglichen Kalorienbedarf zu kommen, musst du bei einer veganen Ernährung also mengenmäßig mehr essen. Ein Teller mit Steak und Pommes lässt sich also nur schwer mit einem Teller Linseneintopf vergleichen. Somit müsstest du vom Eintopf schon 2-3 Teller essen, um die Hungersignale deines Körpers und damit auch die folgende Heißhungerattacke zu umgehen.

Vorratskammer ausmisten und Plan erstellen

Ein Schrank voll mit Schokolade wird dir nicht helfen, wenn du Gefahr läufst, in Versuchung zu geraten. Es ist also wichtig, bei einer veganen Ernährung auch nur vegane Produkte zu Hause zu haben. Was genau du mit den Lebensmitteln in deinen Schränken machst, die sich dafür nicht wirklich eignen, bleibt dir überlassen. Du könntest sie entweder selbst aufbrauchen, bevor du den Weg ins vegane Leben bestreitest oder sie an deine Lieben verschenken. Somit schaffst du Platz für vegane Leckereien und gesunde Snacks, die einem möglichen Heißhunger keine Chance geben.

Der Satz „ Was soll ich bloß essen?“ fällt wahrscheinlich so gut wie täglich in jedem deutschen Haushalt. Die Möglichkeiten sind nun mal fast unendlich und dennoch musst du dich auf irgendetwas festlegen. Bei der veganen Ernährung fällt allerdings ein Großteil deiner Routine weg, weshalb eine gute Planung hier das A und O darstellt. Es bietet sich also an, bereits im Voraus zu planen, was du die Woche über kochen bzw. essen könntest. Genug Inspiration dürften dir hierbei eine Hand voll Apps bieten, die mittlerweile nicht nur vegane Speisepläne offerieren, sondern sogar eine integrierte Einkaufsliste beinhalten. Somit kannst du eine Menge Zeit sparen und diese lästige Fragestellung bereits zum Anfang der Woche verhindern.

Stets informiert bleiben und den Spaß nicht vergessen

Stelle dir vor, du möchtest etwas recherchieren und bist im Anschluss noch verwirrter als vorher. Die Unsicherheit zu wichtigen Fragestellungen im Bereich Ernährung stellen die größte Hürde für eine nachhaltig erfolgreiche Umstellung auf ein gesundes veganes Leben dar. Klassische Beispiele für solche Fragestellungen sind u.a. „Welche Nährstoffe müssen bei der veganen Ernährung besonders beachtet werden?“, „Wie hoch ist mein Bedarf und wie decke ich ihn?“ und „Was sind die besten pflanzlichen Quellen dafür?“. Eines vorweg; als Veganer:in bekommst du genug Nährstoffe. Du musst nur wissen wie. Daher ist es ebenso wichtig, sich immer wieder zu informieren, bevor man sich der Herausforderung Veganes Leben stellt. Somit kannst du es auch vermeiden, dich von deiner Familie und Freunden durch Vegan-Mythen verunsichern zu lassen. Letztendlich sind die Menschen um dich herum, die nicht vegan leben, meist fehlinformiert und machen sich Sorgen um dich. Apropos Familie und Freunde; beginne bitte nicht damit, den Moralapostel raushängen zu lassen, wenn du dich vegan ernährst. Mag sein, dass du dich nach ein paar Monaten so wohl mit der veganen Ernährung fühlst, dass du deine Umgebung davon überzeugen möchtest, es dir gleich zu tun. Allerdings ist es hier besser, einfach mit gutem Beispiel voranzugehen, ohne anderen den Veganismus aufdrängen zu wollen. Sollten deine Mitmenschen Interesse an deiner neuen Ernährungsweise haben, werden sie von selbst auf dich zukommen.

Solltest du Schwierigkeiten beim Umsetzen deines neuen Lebensstils haben, hilft es vielleicht, sich mit Gleichgesinnten in Verbindung zu setzen. Generell lässt sich sagen, dass eine Herausforderung viel einfacher zu bewältigen ist, wenn man Personen kennt, die im selben Boot sitzen und bei denen man sich immer Rat und Unterstützung holen kann.

Aber das Allerwichtigste ist, dass du Spaß an der Sache hast. Auch von anfänglichen Schwierigkeiten solltest du dir diesen niemals nehmen lassen. Das vegane Leben mag eine Herausforderung sein und ist mit jeder Menge Höhen und Tiefen verbunden. Allerdings wird mit der gewissen Portion Spaß, bereits nach kurzer Zeit dein Wohlbefinden einsetzen, welches letztendlich dafür sorgt, dass du dein Ziel erreichst.

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